“Aufmachen! …Pizzaservice!”

…ein Weblog über Pizza, Pizzaliefern und das Leben.
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[Ich nehme Marc gleich mal beim Wort und schmeiße einen alten Entwurf hier ins Blog. Ich weiß gar nicht, warum der da so lange rumhing in der Entwurfschleife, weil es ein fertiger Eintrag ist; vermutlich hatte ich kein Bild? Dann eben erst mal ohne.]

Es nervt. Ich weiß nicht genau warum es das tut, aber so ist es. Und zwar dies: wenn ich irgendwo klingle und durch die Gegensprechanlage ein “Hallo?” zu hören bekomme, der Türsummer aber noch auf die Losung wartet, mit der man erst ins Haus darf.

Dann muss ich was sagen, was mich sozusagen als berechtigt zum Betreten des Hauses ausweist. Und das ist es, was nervt. Ich weiß nämlich nie, was ich da sagen soll. Was derjenige am anderen Ende dieses Dings von mir hören will.
An normalen Tagen sage ich “Hallo! Pizzaservice xy”, und dann summt es auch schon. Bei besonders schlechter Laune sage ich nur “Pizza”. Bei besonders guter Laune dagegen flöte ich “Die Pizza/das Essen ist daaaa!” Eigentlich ganz einfach, klar.

Sinn macht das für mich trotzdem immer noch nur bei Leuten, die einem unten dann gleich die Etage mitteilen, in der sie wohnen, sofern das nicht unten dran steht. Und die anderen? Warum machen die diesen Unsinn? Sie wissen doch, dass sie was bestellt haben, dass also bald jemand klingeln wird…

Diese Frage müsste ich eigentlich schon selbst beantworten können. Denn: ich selbst mache es genauso, wenn ich was bestelle! Und ganz ehrlich: ich mache es deshalb, weil ich hören will, was andere Lieferanten dann sagen. Was “so üblich” ist. Und vielleicht auch deshalb, weil es ganz praktisch ist zu wissen, was da jetzt auf einen zukommt. Man weiß genau, es ist der Pizzaservice, kann schonmal sein Portemonnaie rauskramen etc. …

Ja, je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr Sinn macht es. Für den Kunden jedenfalls. Als Fahrer finde ich es aber trotzdem bescheuert.

……….hallo! :)

Vorhin fragte mich jemand: “Du hattest doch da mal so ein komisches Blog…” Der letzte Eintrag in diesem komischen Blog ist jetzt sage und schreibe 1,5 Jahre her. Und trotzdem behauptet Feedburner, es gäbe noch 187 Abonnenten!

Und unter diesen bin ich nicht mal selbst (wie sonst immer), weil ich ja weiß, daß hier nix mehr kommt (bzw. kam).

Sollte das etwa bedeuten, daß hier tatsächlich noch jemand mitliest?

Wenn dem so ist, möchte ich euch sagen: es tut mir leid, mich nicht abgemeldet zu haben. Ist ja immer doof, sowas, und nervt mich selbst bei anderen tierisch, aber nachdem ich mit dem Job aufgehört habe und anfing zu studieren, habe ich mein kleines Pizzafrauenblog einfach vergessen…

…und da hätten wir auch schon die Erklärung für die Flaute: ich bin gar keine Pizzafrau mehr! Ich könnte höchstens ein paar alte Geschichten aufwärmen, die mir im Laufe der Zeit noch eingefallen sind (hier lungern immer noch ein paar Entwürfe herum, habe ich gerade festgestellt), aber ob das wirklich noch jemanden hinterm Ofen hervorlockt? Außerdem bin ich ganz sicher schon aus sämtlichen Blogrolls geflogen etc.

Am liebsten würde ich - denn das Bloggen hat wirklich Spaß gemacht - einfach mit einem anderen Thema weitermachen, aber ich befürchte, das macht sich nicht so gut in einem Pizzafahrerblog :)

Also trotzdem so im Nachhinein vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren, hat wirklich Spaß gemacht!

(Ein klassischer Fall von “besser spät als nie”, was?)

Mindestbestellwert vs. Hunger

PizzaaNoch ein guter Grund, beim Pizzaservice zu arbeiten: gestern wäre ich fast verhungert, hatte aber kein Geld und wollte also eine kleine, billige Pizza. Mitarbeiterbonus: sie wurde trotz des nicht eingehaltenen Mindestbestellwerts geliefert! Ein Glück, vor lauter Hunger war ich schon zu schwach, um mir noch selbst was zu kochen…

Ich frage mich aber manchmal, wie das wohl ist:

a.) Bestellen die Leute eher gar nicht, wenn sie mit ihrer ursprünglich gewünschten Bestellung die Grenze nicht erreichen oder

b.) Ist der Mindestbestellwert (wenn ich das Wort noch einmal tippen muss, schreie ich) eine gute Sache für meinen Chef, weil die Leute trotzdem bestellen und dann sogar etwas mehr dazubestellen, bis der MBW erreicht ist?

Ich selbst gehöre auf jeden Fall in die Kategorie b.) - Chicken Wings/Nuggets gehen schließlich immer, die kann man auch später noch essen. Ich habe es auch erst zweimal erlebt, dass jemand wieder aufgelegt hat, nachdem ich ihn darauf hingewiesen habe, dass wir ihm die eine kleine Pizza ohne weiteren Belag allein noch nicht liefern können, weil die zu billig ist. Die meisten sagen dann “Ähhhhhhhhhh….. (längere Pause) … dann nehm ich noch dies und das und jenes. Reicht das jetzt?”

Bild: © M. Hauck (Maiha) | PIXELIO

Wechselgeschichten

Wechselgeld ist eine ziemlich wichtige Sache, natürlich. Aber seit Jahr und Tag habe ich damit ein Problem. Das Problem des 50-Euro-Scheins.

Es ist nämlich so: wenn ich mit der Arbeit beginne, kriege ich genau 30 Euro Kleingeld in die Hand gedrückt. Ich nehme mir jedesmal zwar vor, diesen geringen Vorrat noch selbst zu ergänzen, aber vergesse es dann ebenso oft.

Und natürlich bezahlt gleich der erste Kunde, den ich am Tag habe, mit einem 50-Euro-Schein und hat nur einen Rechnungsbetrag von 9,90 Euro. Das kommt so dermaßen oft vor, dass es nicht mehr schön ist. Ich weiß nicht, wie oft ich schon gesagt habe, “Tut mir leid - ich habe nur 30 Euro Wechselgeld, habe gerade erst angefangen. Haben Sie’s nicht kleiner?” Diese Frage reduziert fast jedesmal drastisch das Trinkgeld. Das blöde ist eben: daran bin ich irgendwie selbst schuld, denn ich kenne das Problem und nehme mir keinen 20-Euro-Schein aus eigener Tasche mit, der es beheben würde. Vielleicht schaffe ich es ja endlich mal nach diesem Eintrag, es mir anzugewöhnen, so schwer kann das ja nicht sein!

Wenn die Leute keinen kleineren Schein haben, dann wird’s problematisch. Wohnen sie um die Ecke, bringe ich ihnen das restliche Geld bei der nächsten Tour vorbei, wenn sie aber weiter weg wohnen, wird es schwieriger. Manchmal fahre ich zum nächsten Geldautomaten und hebe das Geld, was mir fehlt, von meinem Konto ab, manchmal nehme ich ihren Fünfziger und fahre zur nächsten Tankstelle und lasse ihn da wechseln. Ein Kollege hat in so einem Fall der Kundin mal den Vorschlag gemacht, doch bei den Nachbarn zu klingeln und zu fragen, ob diese wechseln könnten. Darauf wurde die Kundin ziemlich wütend und meinte zu diesem Kollegen, es wäre ja wohl sein Problem, ihr das Geld zu wechseln. Ich muss auch sagen, das finde ich nicht gerade eine gute Lösung. Wer weiß denn schon, was für ein Verhältnis sie zu ihren Nachbarn hat? Und sie hat ja auch Recht: es IST unser Problem, das Geld parat zu haben oder nicht.

Ich mag die Leute, die gleich bei der Bestellung am Telefon sagen, dass sie nur einen 50-Euro-Schein haben. Vor allem, wenn der Laden gerade aufgemacht hat, ist das ziemlich schlau, denn dann steht nur noch sehr selten ein Fahrer ohne Wechselgeld vor ihnen.

Das Ananas-Problem

AnanasSeit einer Weile sind die Ananas-Stückchen größer, was nervig ist, denn damit kann man nicht so gut Pizza belegen. Bzw. muß man die Stücke erst kleiner schneiden.

Chef also zum Lieferanten: ob er nicht mal wieder kleinere Stückchen (= evtl. andere Marke? Wir kaufen die Ananas fertig geschnitten in Dosen) liefern könne.

Lieferant: Nein, das ginge nicht, denn Ananas würde nur in Thailand angebaut. Und die dortigen Bauern müssten jedesmal extra jemanden einstellen, der die Ananas klein schneidet, und das lohne sich finanziell auf Dauer nicht mehr. Und Ananas-Früchte im Ganzen kaufe ja auch keiner, und deshalb stellen die Bauern demnächst die Ananas-Produktion ganz ein und es würde eigentlich bald weltweit keine Ananas mehr geben.

Ohne Worte…

Wir sollten wohl nicht nur die Marke, sondern mal den Lieferanten wechseln.

Bild: © Alexandra Bucurescu (die alex) | PIXELIO

Aufgehalten

Hat jetzt gar nichts mit dem Pizzafahren zu tun, aber…

…vor drei Tagen war ich in einer Bar und musste dann mal wohin. DieTüren der Herren- und der Damentoiletten lagen direkt nebeneinander. Ich schritt darauf zu, und da öffnete sich die Tür der Männertoilette. Der freundliche Mann, der herauskam, sah mich an und hielt mir einen irritierenden Moment lang die Tür auf… bis er merkte, was er da machte, lachend den KopfPissoir schüttelte und die Tür schnell zufallen ließ. Der Mann nämlich, der dahinter stand und sich gerade in ein Pissoir erleichterte, fand das gar nicht so gut. Wir waren aber alle zu perplex, um irgendwas zu sagen, und ich flüchtete schnell in die Damentoilette, bevor mir vor Lachen noch ein Unglück passiert wäre.

Von Männern die Tür aufgehalten zu bekommen finde ich wirklich toll, aber das war dann doch etwas zuviel des Guten :)

Bild: © RainerSturm | PIXELIO

Arbeitszeiten

Ich mag die Arbeitszeiten, die man als Pizzafahrer hat. Ich fange am frühen Abend an und höre am späten Abend wieder auf. So kann ich den ganzen Tag tun, was ich möchte, verdiene abends mein Geld und habe trotzdem den (dann späteren) Abend noch Zeit. Denn ich kann ja ausschlafen.

Doof sind diese Zeiten nur während der Fußball-EM (oder WM). Wir haben zwar einen Fernseher, aber es ist dann auch viel los, und man kann nur für Sekunden zwischen zwei Touren das Spiel sehen…

Dann gibt es aber auch diese Tage, an denen es unheimlich nervt, wenn man den ganzen Tag über im Hinterkopf hat: nachher musst du noch los… und eine Sache stört mich fast jedesmal. Wenn ich anfange zu arbeiten, sagen sie im Radio “Und jetzt reeein in den Feierabend!” Ja, danke!

Schräge Tour

Letztens war hier mal wieder ein Stadtfest (d.h. Slalom fahren um Betrunkene herum) und ich arbeitete. Da hieß es bei der nächsten Tour: “Die Kunden sind auf dem Fest!”

Wie, auf dem Fest? “Ja, die stehen am Bierstand XY und wollen Pizza.”

Okay, dachte ich mir, bin ja mal gespannt, ob das klappt.

Auf dem Fest war es laut und sehr voll, aber ich fand erstaunlicherweise recht schnell den richtigen Bierstand und auch die richtigen Kunden. Sie waren nicht mehr ganz nüchtern, freuten sich wie verrückt und wurden von allen Umstehenden um die Pizza beneidet. Das Trinkgeld fiel entsprechend aus.

Auch ‘ne Idee, oder? Die Wurstbude gleich nebenan hat’s nicht so sehr gefreut. Die haben mich böse angeguckt.

McMcMc

Wings-nuggetsWir haben Snacks im Angebot. Und zwar u.a. die typischen Pizza-Service-Sachen: Huhn in 2 verschiedenen Formen. Einmal als Chicken Wings - die mit den Knochen drin - und einmal als Chicken Nuggets.

Und ich find’s jedesmal wieder witzig, wie viele Leute anrufen und Chicken McNuggets bestellen. Dabei haben wir die gar nicht. Sowas nennt man glaube ich Konditionierung…

Bild: © pgm (Paul-Georg Meister) | PIXELIO

Unscharf

Das Folgende ist nicht mir selbst passiert, sondern einem Kollegen. Er brachte eine Pizza mit allem möglichen Zeug drauf - unter anderem auch scharfe Peperoni - zu einem Stammkunden.

PeperooniIch bin sowieso nicht der scharfe Esser und keuche schon aus geringstem Anlass, deswegen sind aus meiner Sicht unsere scharfen Peperoni auch wirklich echt scharf. Sie sind klein und rot und beim Essen hab ich das Gefühl, ich könnte Feuer spucken. Aber vermutlich bin ich da einfach kein Experte…

Dieser Kunde nämlich nahm seine Pizza entgegen, zahlte aber nicht gleich, sondern öffnete erst den Karton, um den Inhalt zu inspizieren. Dann sagte er was wie “Beim letzten Mal waren die Peperoni nicht scharf. Ich habe aber extra scharfe bestellt! Wehe, es sind wieder nicht die scharfen!” Dann probierte er eine. “Wieder nicht scharf! Hab ich’s doch gewusst! Sie haben schon wieder die milden draufgetan!” Der Fahrer versicherte ihm: “Das sind unsere scharfen Peperoni. Die sind rot. Die milden sind grün.” Es war aber zwecklos. Der Kunde griff sich wütend eine Peperoni und fuchtelte dem Fahrer damit vorm Gesicht rum - dann versuchte er, sie ihm in den Mund zu stecken! “Probieren Sie! Da! Die sind nicht scharf!” Da der Fahrer auf keinen Fall probieren wollte, stritten sie wohl noch eine Weile hin und her, der Mann wollte weniger bezahlen, was aber natürlich nicht ging, etc, etc… schließlich kam er aufgelöst wieder und erzählte uns das Ganze.

Bin mal gespannt, ob der scharfe Kerl wieder bestellt.

Bild: © tommyS | PIXELIO